Checkliste & Wissenswertes für Auswanderer

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Zum Abschluss dieses Ratgeber möchten wir Ihnen – zur leichteren Umsetzung aller hier gegebenen Tipps – noch eine Checkliste an die Hand geben, die Sie im Bedarfsfall einfach abarbeiten können. Mit auf der Liste sind auch wichtige Tipps, die Sie unbedingt beachten sollten.

Dokumente und Pässe

  • Sind Ihr Reisepass und Ihr Personalausweis noch gültig?
  • Haben Sie einen internationalen Führerschein oder schon den Führerschein Ihrer neuen Heimat Innerhalb der EU gelten alle Führerscheine von EU Ländern.
  • Sind wichtige Dokumente in die Landessprache übersetzt und die Übersetzung beglaubigt? Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, polizeiliches Führungszeugnis, evtl. Schwerbehindertenausweis usw.
  • Sind all Ihre Dokumente vollständig? Fragen Sie lieber noch einmal bei der jeweiligen Landesvertretung nach, in welcher Form Urkunden und Zeugnisse vorliegen müssen.

Visum und Arbeitsgenehmigung

  • Innerhalb der EU können Sie in jedes Land einreisen. Ausweis und/oder Pass genügt. Einreise-Visa sind nicht notwendig.
  • Wenn Sie weniger als drei Monate bleiben, brauchen sie keine Aufenthaltserlaubnis. In einigen EU Ländern ist jedoch eine Anmeldung bei der zuständigen Behörde erforderlich.

Der Grenzübertritt

  • Grenzkontrollen innerhalb der EU stempeln keine Papiere ab.
  • Grenzkontrollen sind nicht befugt, von Ihnen Nachweise über Ihre Finanzen oder Mittel zur Existenzsicherung zu verlangen.
  • Fragen, wie viel Bargeld Sie mit sich führen, sind nicht erlaubt. Ausnahme: Deutsche Zollfahnder an der Grenze nach Österreich oder in die Schweiz.

Wie viel Bargeld nehmen sie ins Ausland mit?

  • Laut Zoll-Regelung dürfen Sie 9.999 Euro Bargeld aus Deutschland ausführen, ohne Erklärungen dazu machen zu müssen. Ab 10.000 Euro müssen Sie mitgeführtes Bargeld und gleichgestellte Zahlungsmittel im Wert von 10.000 Euro oder mehr bei den Zollbeamten mündlich angeben. Außerdem müssen Sie die Herkunft und Verwendung nachweisen. Andernfalls zahlen Sie bis zu 50 % an Bußgeld. In schweren Fällen, das heißt wenn Sie verstecktes Bargeld im Auto oder am Körper mitführen und dabei erwischt werden, sind bis zu 100 % Bußgeld fällig.

Gesundheitscheck

  • Ist der Impfschutz noch frisch? Ihr Hausarzt berät Sie sicher gerne über notwendige Impfungen und Medikamente. Auch ein Besuch beim Zahnarzt kann sicher nicht schaden.
  • Falls Sie eine regelmäßige Medikation benötigen, nehmen Sie besser einen Vorrat für zwei bis drei Monate mit. Informieren Sie sich vorab schon einmal über vergleichbare Präparate in Ihrer neuen Heimat. Außerdem empfiehlt es sich, die Wirkstoffe Ihrer Medikamente zu notieren. Oft bekommen Sie identische Medikamente in den Apotheken, die einfach nur unter anderem Namen angeboten werden.
  • Lassen Sie sich Ihre Krankenakten aushändigen und wichtige Teile davon in die Landessprache übersetzen.
  • Für welches Land welche Impfung empfohlen wird, erfahren Sie beim Tropeninstitut München.

Vorsorge und Verträge

  • Kündigen Sie Ihre Verträge und Daueraufträge, wie z. B. Wohnung, Telefon, GEZ, Strom, Gas usw. rechtzeitig. In den meisten Fällen haben sie eine Frist von drei Monaten einzuhalten.
  • Vergleichen Sie, ob sich ein kompletter Umzug lohnt oder ob es vielleicht sinnvoll ist, den alten Hausrat auflösen und sich vor Ort neu einzurichten. Frachtkosten für Überseecontainer bis zu 6.000 Euro und mehr können häufig den Wert übersteigen. Lassen Sie sich ein unverbindliches Angebot für Ihren Umzug erstellen.
  • Bereiten Sie Ihre Freunde, Familie und Verwandten vor. Geben Sie ihnen Zeit, sich darauf einzustellen.

Versicherungsangelegenheiten

  • Sichten Sie Ihre Policen und lassen Sie sich von Ihrer Versicherung oder einem Experten beraten.
  • Hausratversicherungen, falls vorhanden, können Sie, da Sie Ihre alte Wohnung wahrscheinlich aufgeben werden, kündigen.
  • Die Private Haftpflichtversicherung übernimmt in der Regel auch im Ausland Schadensersatzansprüche. Diese Regelung gilt meist für drei bis fünf Jahre.
  • Bei der Krankenversicherung hängt als Privatversicherter alles von Ihrem Vertrag ab. Als gesetzlich Versicherter beantragen Sie eine Leistungsübernahmeerklärung. Vollkommen gleich, ob Sie in der GKV oder PKV sind, brauchen sie Rat vom Versicherer.
  • Bei anderen Versicherungen prüfen Sie genau, was sich wirklich rechnet. Manche Verträge können Sie beitragsfrei stellen, andere stunden oder auch zurückkaufen. Manchmal lohnt sich auch eine Beitragszahlung aus dem Ausland.
  • Vermögensbildende Versicherungen können Sie unter Umständen auch lukrativ verkaufen. Ihre Bank oder Sparkasse kann ihnen da sicherlich weiterhelfen.

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